04.04. – Manaslu Base Camp
Um 7.30 ab von Samdo Richtung Manaslu Base Camp. Man geht ein paar Kilometer Richtung Samagaun zurück und findet an einer langen Mauer den Abzweig (etwa 3.600). Und von jetzt ab habe ich die Welt für mich - mit Riesenmäusen, grasenden Yaks, Murmeltieren und eine bunten Vogelwelt. Man steigt zunächst sonntäglich, nach einem großen, kräftig türkisfarbenen Gletschersee anhaltend steiler auf den Manaslu-Gletscher zu. (Den See sieht man erst von oben - oder, man erkennt eine sehr alte Moräne als solche und schaut drüber). Der Gletscher wird rasend schnell aper, deshalb ist nur mehr ein Eisbruch übrig. Aber ein gigantischer: hier sind die Formationen tatsächlich turmhoch. Ich werde Zeuge eines seltenen Vergnügens: eine größere Eislawine lässt sich von mir fotografieren.
Es ist kein Team am Berg. Der Talfunk sagt, zur Wochenmitte kommt eines mit Helis; ich folgere: das müssen die Furtenbachs sein. Heute kann ich kein Base Camp finden, andere Lager auch nicht und auch keine Spur. Ab etwa 4.600 ist die Schneedecke geschlossen und wird schnell tiefer. Ich gehe solange, bis wirklich kein Schritt mehr höher geht – etwa 5.200m, denke ich. Gegen 14.00 ziehen Wolken das Tal herauf und trennen mich vom Rest der Welt. Auf der anderen Talseite dräut eine etwa 1.000m hohe Wand. Zwischen mir und ihr gibt es keinen Menschen. Ich bin ganz bei mir.
Abstieg entspannt. 9h, um 30km, 1.800hm. (Vorsicht: stellenweise leicht abschüssig einen steilen Bergbach queren – Versteiger besser korrigieren).