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Manaslu-Runde 2016; Larkya Peak

Samdo – Daramsalah (05.04.)

Und heute feiert sich die Welt: Aufbruch gegen 7.30 in superstrahlendem Sonnenschein von Samdo. Gleich ein fast unwirkliches Bild, mitten aus dem Märchenland: zwei strahlend weiße Pferde grasen gemeinsam mit Bluesheep in der Morgensonne. Die ganze Tierwelt tanzt: Murmeltiere (größer und heller als unsere, in Nepal gibt es sie nur hier und im Dolpo) fiepen und kämpfen.

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Vereinen - Pol und Pol (Samdo)

"Wir konnten doch", heißt es in einem Lied von Theodor Kramer, das mir einmal sehr nah war, "in unsrer Faust | vereinen | Pol und Pol". Vielleicht ist Zeit weniger quecksilbrig; denn Ton: zwischen 2016 und 1650 liegen 7.000km. Wie wunderbar, das alles gleichzeitig da ist. Jedes mit gleichem Recht - es widerspricht sich nicht, weil es zusammengehört.

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Lho (01.04.)

Am 31. März krank kämpfend bis Lihi (2.920m, 4.30, 500hm↑). Am 01. April langsam bis Loh, 3.200m Nach oben hin ist die Luft ganz klar, steifer Wind bläht die Gebetsfahnen, große Raben springen dazwischen herum. Ein Vogelhorst zu Füßen des Manaslu, dessen Doppelgipfel oben thront. Ein Adler zieht seine Kreise. Minztee mit ganz frischen Minzblättern. Die Bevölkerung wird tibetisch. Im Herzen Wind.

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Deng – Siribasi (29.03.)

Mein Himalya! Der Himmel bläut, als wärs der Tag nach dem jüngsten Gericht. Ein kräftiger Wind fällt durch die Schlucht, spielt im Geäst, mischt sich mit dem Rauschen des Flusses. Von Kalobeshi folgen wir einer engen, tiefen Schlucht dem Budhi Gandaki. Jahrtausende schliffen die Steine; haben eigene Landschaften geschaffen. Teepause in der Hosanna-Lodge am Weg. Gern würde ich gefragt haben, wie es zu dem Namen kam.

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Singla - Tatopani (29.03.)

Nach etwas unruhiger Gewitternacht Frühstück mit weißem Honig. Im Lauf des Vormittags klart es auf. Von Dauer wird’s nicht sein; trotzdem: für einige Stunden ist die Luft geputzt; kurz streckt Manaslu seine beiden Nasen durch die Wolken. Wir steigen runter zum Fluss und treffen dort auf den Normalweg. Es zieht schnell wieder zu; wir erreichen Tatopani mit den ersten dicken Tropfen. "Tato" (heiß), "pani" (Regen, Wasser) - eine heiße Quelle ist Namensgeberin.

Nun prasselt Regen, nur ein paar Meter weiter unter rauscht der Fluß.

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Barphak - Singla (28.03).

Zunächst milder Anstieg (1.900-2.800m). Laphrak direkt hinter dem Pass. Es muss wie Baphrak völlig zerschlagen worden sein. Es gibt keinen Wiederaufbau, allerdings abgeschlossene Aufräumarbeiten. Viel Wellblech; eine Lodge direkt am Durchgangsweg. Noch immer liegt das Land unter einer Dunstglocke. Am Pass ein Hauch von Blau, ein bisschen Wind.

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Fahrt bis Ghorka (26.03.)

... dann etwa vier Stunden Weg Richtung Bahrpak, das wir nicht erreichen - die Träger verloren den Weg, der Tag wird dann kürzer. Je näher wir dem Epizentrum kommen, umso offensichtlicher werden die Schäden. Hier hat es praktisch keine Hilfe gegeben. Aber es geht besser; die Ernte wird gut sein. Vielleicht kommen noch Touristen? Im Augenblick sind wir die einzigen Langnasen. Wer fragt, wird unterkommen - Lodges gibt es allerdings nicht.

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Big Pic

Die indische Blockade der Grenze - die neben anderem eine noch immer anhaltende Treibstoffknappheit nach sich zog - ist beendet. Sie gründete in der Schlussendlichen Verabschiedung einer föderalen Verfassung, die für Modris Indien, das panhinduistisch träumt, eine Schwächung der Hindus bedeutete. Sie wurde beendet, als China Treibstoff zu liefern begann (Unruhen im Süden oder nicht, geschürt von Indien oder nicht - der Rest ist Kommentar).

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Ankommen. Öffentliche Verwaltung nepali style

Visa Procedure. Bisher war das so: Ihr fülltet einen Schrieb aus, gingt zu einem Schalter, zahltet dort 40€, gingt mit fünf Papieren zu einem zweiten Schalter und bekamt euer Visum. 2016 (2073) ist das anders, es gibt jetzt Computer. Hier könnt Ihr Euer Visum selbst ausfüllen und mit einem Digitalfoto versehen. Es ist aber nützlich, wenn Ihr wisst, dass Ihr einen weiteren Zettel immer noch per Hand ausfüllen müsst. Mit diesem, dem computergenerierten Visum und dem Zahlungsbeleg könnt ihr zu dem Mann gehen, der die Visa stempelt. In einer anderen Reihenfolge geht es nicht.

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Nach Nepal fliegt es sich...

... von Zentraleuropa aus, sehr komfortabel mit Air India über Delhi. Man steigt zum Beispiel in Frankfurt um 21.30 ein, ist um 15.00 Ortszeit in Kathmandu - und hat spürbar weniger bezahlt, als die Alternativen über den nahen Osten kosten. Die Reise ist Ritual geworden und ein Stück Heimat: Um 17.30 das Büro abschließen, Autobatterie abklemmen, um 19.15 Frankfurt Flughafen erreichen. Systole und Diastole, wenn ihr so wollt: Das etwas gedämpfte Licht am Flughafen Delhi, der Teppich, allgegenwärtig, atmet es ein und bringt 80er Jahre wieder aus.

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Prolog

Ich muss sieben Jahre alt gewesen sein oder acht, als ich einen Himalaya-Bildband in die Hände bekam. Ich weiß nicht, woher er kam; einen natürlichen, gewachsenen Ort hatte er nicht in unserem Haus. Geschichten der frühen Expeditionen, Bilder des Dschungels, Manaslu im Sonnenuntergang, der Khumbu-Eisbruch, Nuptse, die Cho Oyu. Ich war vollkommen fasziniert und nach Minuten sicher, das ich einmal hier sein würde. Es hat 25 Jahre gedauert. Das Buch hat mich einige Jahre begleitet und verschwand, leise und für lange Zeit, ohne eine Lücke zu hinterlassen.

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windwärts!

Und heute feiert sich die Welt: Aufbruch gegen 7.30 in superstrahlendem Sonnenschein von Samdo. Gleich ein fast unwirkliches Bild, mitten aus dem Märchenland: zwei strahlend weiße Pferde grasen…

Um 7.30 ab von Samdo Richtung Manaslu Base Camp. Man geht ein paar Kilometer Richtung Samagaun zurück und findet an einer langen Mauer den Abzweig (etwa 3.600). Und von jetzt ab habe ich die Welt…

"Wir konnten doch", heißt es in einem Lied von Theodor Kramer, das mir einmal sehr nah war, "in unsrer Faust |…

Samdo, 3.875. Endlich wird die Luft ein bisschen dünner! Man geht von Shyala zunächst ein Stückchen herunter in ein malerisches Bachtal, steigt leicht auf einen Sattel - dann öffnet sich ein…

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